1.000 Demonstrierende verlangen von Klimasünder OPEC das Ende des fossilen Zeitalters

1.000 Demonstrierende verlangen von Klimasünder OPEC das Ende des fossilen Zeitalters

Klimaprotest in Wien: Öl, Kohle und Gas müssen im Boden bleiben!

Foto: Franziska Marhold / Fridays for Future Wien

Über 1.000 Menschen demonstrierten am 6. Dezember anlässlich der Tagung der OPEC (Organisation erdölexportierender Länder) in Wien für ein „Ende des fossilen Zeitalters“. Der Demozug, organisiert vom Netzwerk klimaprotest.at, startete vor der Universität Wien am Schottentor und kreiste einmal gegen den Uhrzeigersinn um die OPEC-Zentrale, als Zeichen für die dringend nötige Kehrtwende in der Klimapolitik. 

Aus Sicht der Organisator_innen des Protests war die OPEC-Konferenz eine reine Farce. David Albrich von klimaprotest.at sagt: „Wir sind sauer! In ihrer Abschlusserklärung und schon im Vorfeld beteuerte die OPEC, dass man sich zum Klimaschutz bekenne. Aber entgegen allen wissenschaftlichen Warnungen zur Erderwärmung ging es in der Tagung wieder nur darum, wie viel Kohle mit einem hohen Ölpreis gescheffelt werden kann. Die OPEC ist ein ausgedientes Klimafossil, das endlich abtreten muss.“

Foto: Stefan Joham / Klimavolksbegehren

Das Klimavolksbegehren baute vor der Universität Wien einen Galgen auf: Drei Aktivist_innen – symbolisch für Flora, Fauna und Menschheit – mussten mit einer Schlinge um den Hals zusehen, wie die fossile Lobby das Eis unter ihren Füßen schmelzen ließ. Katharina Rogenhofer vom Klimavolksbegehren erklärte: „Zurzeit hat das dreckige fossile Geld noch zu viel Einfluss auf Politik und Medien. Dadurch dürfen Öl-Konzerne weiterhin ihr Kerngeschäft verfolgen und gefährden damit unser aller Zukunft und befeuern das Artensterben.“

Die Initiative #aufstehn sammelte vorab über 20.000 Unterschriften in einem Appell an die OPEC, die Förderung fossiler Brennstoffe um mindestens die Hälfte zu reduzieren. Sie bekam sogar einen Termin bei OPEC-Generalsekretär Barkindo. „Die Einladung zeigt, dass die OPEC uns und unsere Forderungen nicht länger ignorieren kann – nicht umsonst hat sie die weltweite Klimabewegung als die ‚größte Bedrohung‘ für die Ölindustrie bezeichnet“, sagt Raoul Kopacka von #aufstehn. Allerdings: „Bei dem Treffen wurde uns das Blaue vom Himmel versprochen, wir wurden mit leeren Worthülsen abgespeist. Solange es nicht zu einer echten Kehrtwende in der Energiepolitik kommt, lassen wir nicht locker.“

„Die heute von der OPEC beschlossenen minimalen Förderkürzungen haben nichts mit Klimaschutz zu tun. Es geht um die Schieferöl- und Fracking-Konkurrenz aus den USA und dem Interesse der OPEC an einem hohen Ölpreis wegen des Börsengangs des Ölmultis Saudi Aramco“, erklärt Katharina Schneider von Fridays for Future Wien. Nadine Versell, Aktivistin bei System Change not Climate Change sagt: „Wieder einmal wurde offensichtlich, dass es den großen fossilen Konzernen und Staaten nur um die die Sicherheit ihrer Gewinne geht. Mensch und Klima vor Profite! Fossile Energieträger sind nicht mehr zeitgemäß.“ 

Die Zeit läuft uns davon. Georg Pleger von Extinction Rebellion gibt einen Ausblick auf das kommende Jahr: „2020 entscheidet sich, ob wir das 1,5-Grad-Ziel einhalten können, oder nicht. Dafür wird es einen möglichst starken Druck von unten brauchen, wie vor 35 Jahren, als die Hainburger Au besetzt und das Ökosystem der Donauauen verteidigt wurde.“ Es darf nicht so weitergehen, wie bisher. Dabei haben wir eine ganz einfache Lösung der Klimakrise: Öl, Kohle und Gas müssen im Boden bleiben! Keep it in the ground! Bereits am Vortag demonstrierten Aktivist_innen zum Beginn der Tagung vor dem OPEC-Gebäude in Wien.

Foto: Franziska Marhold / Fridays for Future Wien
Protest zur OPEC-Tagung (6.12.2019)
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